Evangelisches Krankenhaus Düsseldorf: Imagebroschüre

 

Ansichten und Einsichten

Evangelisches Krankenhaus Düsseldorf

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Vielfalt im Dienste des Menschen: Das EVK Düsseldorf

Was dahinter steckt, geht alle etwas an

Er ist unübersehbar, dieser große Gebäudekomplex mitten im Herzen von Düsseldorf zwischen Fürstenwall und Kirchfeldstraße. Hier steht das Evangelische Krankenhaus, von den Düsseldorfern auch kurz EVK genannt.

Oberflächlich betrachtet verbirgt sich dahinter zunächst einmal ein bekanntes und renomiertes Krankenhaus. Doch das EVK ist weit mehr. Es ist ein Mittelpunkt der menschlichen Hilfe und des menschlichen Füreinanders. Ein Organismus geschaffen alleine dafür, um Menschen zu helfen und zu heilen, um ihnen bei Krankheiten aller Art – beizustehen.

Engagement auf vielen Feldern

Und so gibt es denn über den Krankenhausbereich hinweg weitere Initiativen und Engagements im EVK. Angefangen vom Hospiz, in dessen Mittelpunkt die Hilfe für sterbende Menschen steht, über die Kinderschutzambulanz bis hin zum Altenheim. Freunde und Förderkreise unterstützen diese Einrichtungen finanziell und ideell- Von Mensch zu Mensch. Aus Eigeninitiative auf der Basis christilicher Nächstenliebe.

Ein Blick zurück

Fast 150 Jahre ist es alt, das Evangelische Krankenhaus in Düsseldorf. Am 29. März 1849 wurden die ersten Grundlagen geschaffen. Die evangelischen Bürger Düsseldorfs betrauten ein Kuratorium unter der Leitung ihres damaligen Pfarrers mit der Errichtung und Geschäftsführung der Stiftung Evangelisches Krankenhaus Düsseldorf.

Wie sich die Zeiten ändern

In der Gründungsurkunde wurde damals u.a. geschrieben: „Von der Überzeugung ausgehend, daß die Krankenanstalten hiesiger Stadt dem täglich wachsenden Bedürfnis nicht mehr genügen, ferner daß diesem Bedürfnis am Besten durch Stiftung von Privatwohltätigkeitsanstalten abgeholfen werde, indem die hiesige städtische Commune voraussichtlich in der nächsten Zeit die Mittel nicht wird bereitstellen können, um die Vergrößerung der öffentlichen Krankenanstalten vorzunehmen, sind die Unterzeichneten zusammengetreten, um die Errichtung eines evangelischen Krankenhauses in der Stadt Düsseldorf anzubahnen.“ Wie sehr sich doch die Zeiten ändern. Heute ist das EVK ein modernes Klinikum mit allen Ressourcen für eine optimale Betreuung der Patienten.

Das EVK als modernes Unternehmen

Privatinitiative ist auch zukünftig die Basis für die Entwicklung des Evangelischen Krankenhauses. Immerhin präsentiert es sich heute als ein modernes Unternehmen mit über 600 Betten und rund 20.000 Patienten und Patientinnen pro Jahr. Die medizinischen Abteilungen sind technisch modernstens ausgerüstet. Ärztliche Leistung und pflegerisches Können liegen über der Norm. Der Patient ist Gast, ein Kunde, der heute weit mehr erwartet als nur medizinische Betreuung. Das Evangelische Krankenhaus stellt sich mit seinem Patientenbetreuungskonzept den Anforderungen der modernen Gesellschaft nicht nur in medizinischer Hinsicht.

Menschliche Zuneigung als Grundprinzip

Bei allem unternehmerischem Denken, wie es heute notwendig ist, darf aber gerade ein Krankenhaus in kirchlicher Trägerschaft die menschliche Zuneigung nicht zu einer Nebensache werden lassen. Es muß vielmehr ständig dazulernen, die Impulse seiner Zeit aufgreifen und christliche Nächstenliebe als Grundlage für menschliches Miteinander praktizieren.

Dafür gibt es im Evangelischen Krankenhaus viele Beispiele mit vielen engagierten Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern. Die Devise ist ganz einfach und heißt Engagement, Probleme lösen und ganz praktische, menschliche Hilfe bieten. Auf einer humanen Ebene, bei der die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten im Mittelpunkt stehen.

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Mensch und Medizin: Das Krankenhaus

Ein Haus für kranke Menschen

Der Krankenhausbereich ist die Keimzelle des EVK in Düsseldorf. Aus kleinsten Anfängen heraus hat sich das Krankenhaus nicht nur zu einem der größten Krankenhäuser Düsseldorfs, sondern vor allem auch durch seine Schwerpunktbereiche und medizinischen Leistungen ein außerordentlich hohes Renomee erworben.

Tag für Tag dazulernen

Damals wie heute geht es um die Linderung und Heilung von Krankheiten und körperlichen Gebrechen. Ein ständiger Kampf im Kleinen und im Großen. Ein ständiges Bemühen, die Fortschritte der Medizin für den Menschen zu nutzen. Tag für Tag lernen Ärzte, Schwestern und Pfleger neu dazu.

Modernes Gesundheitsmanagement

Das Krankenhaus ist heute ein nach modernen Grundsätzen geführtes „Unternehmen“. Sozusagen ein privates „Gesundheitszentrum“ in kirchlicher Trägerschaft, daß für seine finanzielle Unabhängigkeit selbst sorgen muß. Immerhin ist die heutige moderne Medizin enorm kostenintensiv. Und der schnell fortschreitende Fortschritt macht ständige Investitionen erforderlich. Der Gewinn eines gemeinnützigen Krankenhauses liegt demnach einzig in dem Wohl und der Gesundheit des Patienten. Ein Maßstab, der auch zukünftig im Krankenhaus gelten wird.

Medizinische Schwerpunktbereiche

Die medizinischen Schwerpunktbereiche des Krankenhauses umfassen die Chirugie, die Innere Medizin, die Gynäkologie, die Kinderabteilung, die HNO-Abteilung, die Dermatiologie, die Röntgen- und Strahlenabteilung, die Anaesthesie und Intensivmedizin, Infektionsstationen sowie eine Kindertagesklinik.

Eine enge Zusammenarbeit besteht mit dem Dialysezentrum und mit benachbarten Krankenhäusern im Bereich der Apothekenversorgung, der Labormedizin, der Röntgen- und Strahlenheilkunde sowie der Computertomographie. Zusammengearbeitet wird nicht zuletzt mit der Universität Düsseldorf (Akademisches Lehrkrankenhaus).

Basis für erfolgreiche Arbeit

Renomierte Mediziner der verschiedensten Fachrichtungen sowie fachlich versiertes und engagiertes Pflegepersonal haben ganz wesentlich zum guten Image des Krankenhausbereiches beigetragen. Der Aus- und Weiterbildung wird dabei ein ganz wesentliches Augenmerk gewidmet. Die hohe Qualifikation aller Beteiligten ist die Basis für medizinische Leistung und Erfolg beim Patienten.

Ein modernes Management in der Verwaltung sorgt für finanzielle Sicherheit und größtmögliche Unabhängigkeit des Krankenhausbereiches und für alle Annehmlichkeiten, die ein Patient heute erwartet. Die Beibehaltung dieses hohen Standards ist Verpflichtung für die Zukunft.

„Um im Krankenhaus tätig zu sein, braucht man mehr als nur berufliches Können. Man braucht Herz und Seele für alle Facetten des menschlichen Lebens. Dazu gehört vor allem christliche Nächstenliebe. Genau das bemühen wir uns hier Tag für Tag zu praktizieren. Die moderne Medizin ist die Technik, Glaube und Hoffnung der Geist, in dem sich alles abspielt.“

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Hohe Standards in der medizinischen Versorgung

Die Summe vieler Teile

Das Krankenhaus ist wie ein riesiger Organismus. Viele Bereiche, viele Menschen müssen ihren Teil dazu beitragen, damit das Ganze reibungslos funktioniert.

Über 800 Mitarbeiter kümmern sich um die Belange der Patienten und ihrer Besucher. Angefangen von den Medizinern, über das Pflegepersonal bis hin zur Verwaltung und den Servicebereichen. Immerhin sind die rund 600 Betten des Krankenhauses durchschnittlich etwa elf Tage pro Patient belegt. Circa 20.000 Patienten und Patientinnen werden Jahr für Jahr im Krankenhaus behandelt.

Von A bis Z muß alles stimmen

Oft genug wird vergessen, daß eine Organisation, wie ein Krankenhaus, nicht nur aus Ärzten, Schwestern und Pfleger besteht. Eine große Küche sorgt für die Verpflegung der Patienten. Die Krankenzimmer und Behandlungsräume müssen geputzt werden. Handwerker kümmern sich um sanitäre Anlagen, die Elektrik, Heizung- und Klimatechnik und sogar selbst um eine klemmende Türe. Die Wartung und Pflege der medizinischen Geräte muß organisiert werden. Für Notfälle muß eine Fahrbereitschaft da sein.

Natürlich gibt es in einem Krankenhaus in kirchlicher Trägerschaft auch eine Kapelle, in der Gottesdienste abgehalten werden. Ein Krankenhauspfarrer kümmert sich um die christlichen und seelischen Belange der Patienten.

Tag und Nacht muß dieser Organismus funktionieren. Rund um die Uhr. Eine Aufgabe, die allen Beteiligten viel abverlangt.

Das räumliche Konzept

In den 11 Geschossen des Krankenhaustraktes sind Flure und Räume stets gleich angeordnet. Im Südblock befinden sich die medizinischen Einrichtungen, Operationsräume und die Kapelle. Die Patientenzimmer liegen nach Osten und Westen an 2 Fluren mit 15 Achsen. Der Verkehrsknoten mit Aufzügen und Treppenhäusern trennt Bettentrakt und Medizinblock. Im Ergeschoß ist die Röntgen- und Strahlenabteilung eingerichtet, die Pflegedienstleitung und die Verwaltung. Im Sockelgeschoß liegt die Mitarbeiter-Cafeteria, die Küche, die Wäscherei und die Bettenzentrale. Auch Notfallambulanz, Aufnahmestation und Intensivstation befinden sich in den unteren Bereichen des Krankenhauses.

Jeweils ein Flur mit zwölf Patientenzimmern bildet eine Station. Überwiegend sind die Patienten in Dreibettzimmern untergebracht, je nach Erkrankung oder persönlichen Wünschen auch allein oder zu zweit.

Moderne Medizintechnik

Moderne Medizintechnik gehört heute ebenso zum selbstverständlichen Standard des Krankenhauses. Neben Labor, Röntgen und EKG sind dies Ultraschall, Endoskopie, Nuklear-Medizin, EEG, Kardiologie und Computertomographie.

Aus- und Fortbildung auf hohem Niveau

Aus- und Fortbildung werden im Krankenhaus großgeschrieben. Fachrichtungen, wie beispielsweise die Ausbildung zur Fachschwester/Pfleger für Anaesthesie/Intensivpflege sowie zur Fachschwester/Pfleger für den Operationsdienst mit Anerkennung durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft werden hier seit langem ausgebildet. Auch die Schulen für „Große Krankenpflege“, „Kinderkrankenpflege“ und „Krankenpflegehilfe“ haben im Evangelischen Krankenhaus in Düsseldorf einen ausgezeichneten Ruf.

Für die Unterbringung für Mitarbeiter im Pflegedienst steht nicht zuletzt in modernes Wohnheim mit insgesamt über 200 Appartements zur Verfügung.

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Kinderrechte schützen: Die ärztliche Kinderschutzambulanz

Mehr Aufmerksamkeit ist gefragt

Kinder sind unsere Zukunft. Und dennoch sind Kinder eine fast vergessene Minderheit. Auch gerade in unserer westlichen Zivilisation. Nur ab und zu aufgeschreckt durch Berichte über Kinderarbeit oder die Lage von Kindern in den Entwicklungsländern, wird ignoriert, was quasi vor der eigenen Haustüre geschieht. Viele Kinder hierzulande erleben innerhalb und außerhalb der Familie Leid und Qual durch körperliche, seelische und sexuelle Gewalt, die meist ihr Leben prägt. Nur ganz vereinzelt und nur in ganz besonders krassen Fällen wird darüber in der Öffentlichkeit berichtet und darüber diskutiert.

Angebote schaffen – Leid lindern

Die Not von Kindern war Anlaß genug, im EVK über die Gründung einer Ärztlichen Kinderschutzambulanz nachzudenken und diese dann im April 1988 Realität werden zu lassen. Die Aufgabenstellung sollte sein, ein multidisziplinäres Angebot von Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern für die Hilfe bei problemgeschädigten Kindern zur Verfügung zu stellen. Eine ärztliche, psychotherapeutsiche und familienorientierte Beratung sollte den Schutz dieser Kinder sicherstellen.

Das ein solches Bedürfnis dringend zu erfüllen war, zeigte die Zahl der Befunde, gutachterlichen Äußerungen und Gutachten neben der eigentlichen Aufgabe der Kinderschutzambulanz. Weit über den Bereich Düsseldorf hinaus dabei Hilfe geleistet werden. Jahr für Jahr ist die Zahl der Meldungen überproportional gestiegen. Waren es im Gründungsjahr 1988 noch 192 betroffene Kinder und Jugendliche, so stieg die Zahl alleine vier Jahre später auf 427.

Notwendigkeit für Hilfe nimmt ständig zu

Die Zahlen zeigen, daß die Notwendigkeit einer Einrichtung des ärztlichen Kinderschutzes ständig zunimmt. Dieses Bedürfnis ist aber zugleich auch Ausdruck unserer modernen Gesellschaft, die oft genug „heile Welt“ vorgaukelt.

Die ärztliche Kinderschutzambulanz wird deshalb auch zukünftig versuchen, ihre Arbeit zugunsten mißhandelter, sexuell mißbrauchter oder sonstwie psychisch geschädigter Kinder auszubauen. Ein wesentlicher Schritt dafür ist der Umzug in neue Räume an der Kronenstraße, wo zusammen mit der Kinderschutzstelle (KID-Haus) die Hilfemöglichkeiten für Kinder und deren Familien zusammengeführt und erweitert werden sollen. Ebenso ist eine Erweiterung der Klinikplätze für die Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie geplant.

„Es ist sicherlich auch die Vielzahl der Fälle an Kindesmißhandlung und sexueller Gewalt, die erschreckt. Doch wirklich betroffen macht das Kind, dem direkt und unmittelbar zu helfen ist, dem man persönlich plötzlich nahesteht und dessen seelischen Druck, dessen Hilflosigkeit man plötzlich selbst so stark spürt als wäre es der eigene. Wut und Verzweiflung sind dann oft die eine Sache. Die andere, langfristig so zu helfen, daß die Wunden möglichst schnell verheilen. Eine Aufgabe, um die man sich sicherlich nicht drängt, die man hinterher aber um nichts auf der Welt missen möchte.“

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Praktisch denken und handeln im Sinne des Kindes

Die Ziele der ärztlichen Kinderschutzambulanz

Die Arbeit der ärztlichen Kinderschutzambulanz ist geprägt von einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen. Nur auf diese Weise sind die notwendigen Erfolge zu erreichen. Die Ziele dabei sind: die Festlegung einer medizinischen, psychologischen und familienorientierten Diagnostik, die Entwicklung besonderer Verfahren zur Psychotherapie der Kinder, der Familie und vor allem auch der Schädiger, die Entwicklung der Zusammenarbeit mit anderen Helfergruppen, die sich bislang historisch entwickelt haben und die Entwicklung besonderer Formen der Zusammenarbeit im Rahmen von zivil- und strafrechtlichen Verfahren mit besonderem Bewußtsein hinsichtlich der Situation der Kinder als Zeugen bei diesen juristischen Lösungsversuchen.

Ganz wichtig für die Arbeit ist, daß die ärztliche Kinderschutzambulanz in einer vernetzten Verbindung zu den stationären und anderen fachärztlichen Möglichkeiten des Krankenhauses steht.

Praxis der ärztlichen Kinderschutzambulanz

Wie sieht nun die Arbeit der ärztlichen Kinderschutzambulanz in der Praxis aus? Der erste Kontakt erfolgt meist telefonisch. Meldungen kommen dabei einmal aus dem Angehörigenkreis, wie Mutter, Vater oder sonstige Anverwandte. Zum anderen durch sogenannte Fremdmelder, wie Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter, Ärzte aus anderen Praxen und sonstige Personengruppen.

Nach einer solchen telefonischen Meldung wird so rasch wie möglich ein persönliches Gespräch mit dem Melder geführt, um weitere konkrete Anhaltspunkte über die Schädigung zu erhalten. Danach wird versucht, das Kind möglichst rasch in der Ambulanz zu sehen.

Das Spieldiagnostikzimmer

Ein wichtiges Diagnostikangebot ist das sogenannte Spieldiagnostikzimmer. Dies ist ein besonders gestalteter Raum, wie eine Wohnlandschaft eingerichtet, der das Gefühl von Wärme und Ruhe durch einen entsprechenden Bodenbelag, Farbgestaltung, Puppen, Tiere und Spielangebote vermittelt. Das Spieldiagnostikzimmer soll dem Kind die Möglichkeit eröffnen, sich spielerisch mit seiner Gewalterfahrung auseinanderzusetzen und sich auf diese Weise zunächst einmal seelisch davon zu befreien. Größte Sensibilität gegenüber dem Kind hat hier unbedingt Vorrang.

Enge Zusammenarbeit ist unverzichtbar

Ärztliche, körperliche und psychische Befunde führen zu Lösungsansätzen im Sinne des Kindes. Solche Lösungsansätze können recht unterschiedlicher Natur sein und gehen zum Beispiel bis zur sofortigen Herauslösung des Kindes aus einer familiären Gewaltsituation. Auch hier zeigt sich erneut, wie wichtig die enge Zusammenarbeit aller Beteiligen ist. Ärzte, Psychologen, Behörden und nicht zuletzt auch Gerichte müssen eng zusammenwirken, um schnell und unverzüglich handeln zu können.

Familientherapeutische Angebote

Kinderschutz heißt zugleich auch Familientherapie. Die Beziehungsvernetzung, in der sich das Kind befindet, darf nicht erneut zu einer Falle für das Kind werden. Hilfen für die Familie gehören deshalb unverzichtbar zur Arbeit der Kinderschutzambulanz. Jede nur denkbare therapeutische Möglichkeit soll dazu führen, dem Kind die Familie zu erhalten.

Die Forschungsstelle

Die neuen Wege des ärztlichen Kinderschutzes sind ohne wissenschaftliche Begleitung und kritische Betrachtungen der Forschung zu den Gewaltfaktoren, mit denen Kinder in unserer Gesellschaft leben müssen, nicht möglich. Eine Forschungsstelle der Kinderschutzambulanz hat deshalb den Auftrag, Leitlinien eines diagnostischen und therapeutischen Versorgungssystems in den ländlichen Regionen des Landes Nordrhein-Westfalen zur sozial- und gesundheitspolitischen Entscheidungshilfe zu erstellen. Weitere Forschungsprojekte sollen folgen.

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Sterbenden Menschen Zeit schenken: Das Hospiz

Ein Tabuthema engagiert aufgreifen

Sterben und Tod werden in unserer Gesellschaft weitgehend tabuisiert. Die fehlende Auseinandersetzung mit dem Tod verstärkt die Ängste beim Umgang mit Sterbenden. Viele Schwerstkranke und alte sterbende Menschen haben keine Angehörigen, die die Pflege übernehmen könnten. Viele Angehörige sind aber auch mit der Pflege eines Sterbenden überfordert. Nicht zuletzt sind aber auch oft Ärzte und Pflegekräfte in den Krankenhäusern auf die Aufgabe der Begleitung Sterbender nur unzureichend vorbereitet. Alle diese Themen beschäftigte auch das Evangelische Krankenhaus seit langem. Und so kam es denn im Jahre 1994 zur Gründung eines Hospizes.

Die ersten Ansätze

Die Beschäftigung mit den Themen Sterben und Tod führte zunächst zur Einrichtung eines ambulanten Bereiches zur häuslichen Betreuung von sterbenskranken Menschen. Sehr schnell kam dabei dann auch der Wunsch nach einem stationären Hospiz auf. Die zeitweise stationäre Unterbringung schwerkranker Menschen sowie die Betreuung der Angehörigen machte einen solchen Ansatz sinnvoll.

Die Verwirklichung

Staatliche Unterstützung und finanzielle Hilfe waren für die Umsetzung eines solchen Vorhabens leider kaum zu erreichen. Erst der Erwerb der Häsuer Kirchfeldstraße 35 und 37 ließ die Pläne unter einem geänderten Konzept reifen. Man entschloß sich, ein stationäres Hospiz in einem Haus unterzubringen, das nicht ausschließlich als Hospiz genutzt wird.

So machte man denn schließlich aus der Not eine Tugend und errichtete einen Neubau gegenüber dem Krankenhaus. Neben dem Hospiz sind hier die Krankengymnastikschule, Ausbildungsräume, die Arbeitsmedizin und die Gemeinschaftsapotheke untergebracht.

Nicht unerwähnt soll bleiben, daß die Finanzierung des Gebäudes, seiner Inneneinrichtung und des Betriebes zunächst sehr unsicher war. Erst eine großzügige Spende der Familie Roell-Jagenberg hat es ermöglicht, mit dem Vorhaben zu beginnen.

„Das Hospiz am Evangelischen Krankenhaus will dem Sterben als Teil des Lebens einen eigenen Raum geben. Sterbende und die sie begleiten, sollen diese Wegstrecke des Lebens in einer besonderen Nähe erleben. Die persönliche Nähe eines Menschen kann das Loslassen, daß das Sterben verlangt, erleichtern. Wenn wir das Sterben als einen ganz wesentlichen Teil des Lebens betrachten, dann ist es sicherlich etwas Wunderschönes, einen Menschen bis in der Tod hineinbegleiten zu können.“

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Raum für menschliche Fürsorge

Das ambulante Hospiz

Bei der ambulanten Hospizarbeit werden die Patienten und ihre Angehörigen soweit wie möglich in ihrer häuslichen Umgebung betreut. Die Betreuung umfaßt dabei vielfältige Tätigkeiten. Angefangen von notwenigen Pflegemaßnahmen, über den täglichen Einkauf bis hin zum Gespräch mit den Betroffenen und ihren Angehörigen.

Rund 50 Patienten sind bis heute von den 6 für das Hospiz tätigen Schwestern und ehrenamtlichen Helferinnen aktiv versorgt worden. Die für die Betreuung anfallenden Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

Das stationäre Hospiz

Das stationäre Hospiz dient der Aufnahme Schwerstkranker, bei denen eine häusliche Pflege nicht möglich ist oder durch die Schwere der Erkrankung die Angehörigen mit einer Pflege seelisch und psychisch überfordert sind. Seit der Hospizeröffnung im November 1994 sind in zwei Etagen des Hauses bis heute rund 25 Patienten (Stand: Anfang 1995) aufgenommen worden.

Für die Aufnahme kommen Erkrankungen in Betracht, für die nach aktuellem Maßstab kaum Aussicht auf Heilung besteht. So zum Beispiel fortgeschrittene Malignomerkrankungen oder Aids in fortgeschrittenen Stadien. Die Einweisung und Versorgung durch den Hausarzt muß dabei gewährleistet und die Kostensituation geklärt sein. Über die Aufnahme entscheidet dann letztlich die Hospizleitung zusammen mit der leitenden Pflegekraft und einer Ärztin der Schmerzambulanz des Evangelischen Krankenhauses.

Untergebracht werden die Patienten in wohnlichen Zimmern, die funktionell auf die Bedürfnisse und Anforderungen Schwerstkranker ausgestattet sind. Auch Gemeinschaftsräume stehen zur Verfügung.

Ärztliche und pflegerische Versorgung

Die ärztliche Betreuung erfolgt in der Regel durch den betreuenden Hausarzt. Als unbedingt erforderlich gehalten wird allerdings eine zusätzliche ständige Präsenz ärztlicher Leistung, wie sie der Hausarzt nicht bieten kann. Ein solcher zusätzlicher ärztlicher Dienst kann derzeit nur durch die Bereitstellung von Spendenmittel gewährleistet werden. Es ist zu hoffen, daß zukünftig eine befriedigende Regelung hierzu auch unter Einbezug der Kassen erreicht wird.

Die Pflege wird von examinierten Schwestern durchgeführt, die große Erfahrung im Umgang mit schwerkranken Menschen haben. 4 Schwestern arbeiten zur Zeit in der ambulanten Hilfe. 10 Schwestern im Tages- und Nachtdienst in der stationären Pflege.

Ehrenamtliche Hospizhelfer- und helferinnen stehen den hauptamtlichen Schwestern bei ihrer schweren Arbeit zur Seite. Sie werden vom Hospiz gründlich auf ihre Aufgaben vorbereitet und ausgebildet. Alle ehrenamtlichen Helfer sind in der Regel berufstätig und stehen in der Woche mindestens 4 Stunden für die Arbeit mit den schwerkranken Menschen zur Verfügung.

Daneben bemühen sich aber ebenso eine Vielzahl der am Krankenhaus Tätigen, Ärzte wie Pflegepersonal um eine aktive Mitarbeit im Rahmen des Hospiz.

Finanzielle und ideelle Unterstützung

Die Arbeit des Hospizes wird aktiv von einer Vielzahl an Spendern und Förderern unterstützt. So zum Beispiel durch den Förderkreis Hospiz, Sammlungen der Diakonie, Spenden des Rotary Clubs, der Alfred-Herrhausen-Stiftung oder der Stadt-Sparkasse Düsseldorf. Viele Einzelspenden ergänzen dieses Engagement.

Seiten 18-19:

Ein Zuhause für alte Menschen: Das Altenheim

Hilfe hat viele Facetten

Das Evangelische Krankenhaus hat seinen Auftrag seit seiner Gründung immer als sehr weitgehend aufgefaßt. Menschliche Fürsorge und Hilfe im Sinne der christlichen Nächstenliebe endet beileibe nicht dort, wo es um die Versorgung Akkutkranker geht. Hilfe hat viele Gesichter und viele Facetten. Grund genug also, auch über die Hilfe für alte Menschen nachzudenken und hier ein Angebot zu schaffen. Zum Beispiel ein Alten- und Pflegeheim.

Eine Idee nimmt Gestalt an

Nach Fertigstellung des Krankenhaus-Neubaus im Jahre 1972 beschloß das Kuratorium, den nunmehr freigewordenen Raum am Fürstenwall für einen Neubau zu nutzen und in seinem Flügel an der Ecke Kronenstraße eine Einrichtung der Altenhilfe zu schaffen.

Der Bund, das Land Nordrhein-Westfalen, die Landeshauptstadt Düsseldorf und der Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden Düsseldorf unterstützten dieses Vorhaben finanziell, so daß schon bald mit dem Bau begonnen werden konnte.

„Haus Fürstenwall“

Das Alten- und Pflegeheim trägt den Namen „Haus Fürstenwall“ und schließt damit an die große Tradition des Evangelischen Krankenhauses am Fürstenwall an. Es dient alten Menschen, die sich entweder noch selbst versorgen können oder aber auf die kleinen oder großen Handreichungen des Alltags angewiesen sind. Zur Zeit (Stand: 1995) sind dies 96 alte und pflegebedürftige Menschen.

Günstige Lage

Die Lage des Heims ist für die noch rüstigen Bewohner des Heims günstig. Einkäufe, Besuche, kleine Reisen oder die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen sind ohne größere Transportschwierigkeiten gegeben. Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel oder ein Taxistand befinden sich in unmittelbarer Nähe. Fast alle Einkäufe des täglichen Bedarfs oder sonstige Erledigungen lassen sich aber auch in der Umgebung des Heimes zu Fuß tätigen. Das Umfeld bietet also eine gute Infrastruktur gerade auch für ältere Menschen. Auch Apotheken und Ärzte der verschiedensten Fachrichtungen haben sich im unmittelbaren Umkreis des Heims niedergelassen.

„Nichts ist für alte Menschen so wichtig, möglichst unabhängig zu sein und trotzdem ein Stück größtmöglicher Sicherheit zu genießen. Hier im Alten- und Pflegeheim ist dies möglich. Es ist ein Zuhause für alte Menschen, ein Platz für den Lebensabend. Schwestern und Pfleger kümmern sich dabei aufopfernd um die Bewohner, die bettlägrig sind oder mit den Tücken des Alters zu kämpfen haben.“

Seiten 20-21:

Rundumversorgung für alte Menschen

Die Gemeinschaftseinrichtungen

Der Bau des Alten- und Pflegeheimes besteht aus Kellergeschoß, Sockelgeschoß, dem Erdgeschoß und sieben Obergeschossen. Die Verbindung zu den oberen Räumen wird zusätzlich durch zwei Aufzüge erleichtert.

Treffpunkt im Sockelgeschoß ist eine Cafeteria. Hier gibt es Kaffee und Kuchen, Kaltgetränke, Kleinigkeiten des täglichen Bedarfs und Zeitschriften. Die Organisation und Bedienung wird durch einen Kreis ehrenamtlicher Helferinnen der 1969 neu gegründeten Evangelischen Krankenhaus-Hilfe (EKH) sichergestellt. Eine kleine Terrasse bietet zudem die Möglichkeit, an schönen Tagen draußen zu sitzen.

Im gleichen Geschoß befindet sich die Bibliothek. Nicht weit entfernt davon kann ein Frisör-Salon besucht werden. Ein großzügig ausgestattetes Kommunikationszentrum bietet viele Möglichkeiten für Veranstaltungen. Von der Vorhalle aus erreicht man schließlich den Tagesraum und den sich anschließenden Speiseraum.

Wohnen im Altenheim

Auf der Südseite des Erdgeschoßes mit Blick auf den begrünten Innenhof befinden sich 10 Appartements; weitere 17 sind im 1. Obergeschoß. Die einzelnen, in sich abgeschlossenen Appartements sind mit Dusche, Toilette und einer Loggia ausgestattet. Natürlich sind auch Anschlüsse für Fernsehen und Rundfunk sowie Telefon vorhanden. Jedes Appartement hat zudem eine eigene Klingelanlage. Ebenso hat jeder Bewohner natürlich seine eigenen Schlüssel für sein Appartement.

Die Gesamtwohnfläche liegt bei ca. 30 m2, der Wohnraum allein hat eine Fläche von ca. 18 m2. Durch die Kombination zweier Appartementgruppen können auch Ehepaare untergebracht werden.

Jedem Bewohner bleibt es übrigens selbst überlassen, seine Wohnung auch nach seinem eigenen Geschmack einzurichten. Lediglich das Bett wird gestellt.

Die Grundreinigung der Räume wird vom Haus übernommen. Vielseitige Serviceleistungen, wie beispielsweise Waschen und Reinigen der Wäsche, runden das Altenheimangebot ab.

Das Pflegeheim

Drei Geschosse sind für solche Bewohner gedacht, die eine Betreuung durch Pflegepersonal benötigen. Die Unterbringung hier erfolgt in 28 Zweibettzimmern oder 13 Einbettzimmern. Auch bei diesen Räumen wird auf Wohnlichkeit und Individualität geachtet. Eine gemütliche Sitzecke, Fernsehen oder der Aufenthalt auf der Loggia sorgen für Abwechslung im Pflegealltag.

Den Zimmern vorgelagert, jedoch vom Wohnbereich getrennt, liegen die Arbeitsräume des Pflegepersonals.

Jedes Stockwerk hat eine moderne Badeanlage, die speziell für Hygienebedürfnisse pflegedürftiger Menschen zugeschnitten ist.

Rundum gut versorgt

Das Altenheim bietet eine Vollpension für alle Bewohner. Frühstück, Mittagessen und die Abendmahlzeiten werden in der Küche des Krankenhauses zubereitet. Wer Diät leben muß, bekommt auch diese serviert.

Seiten 22-23:

Helfen Sie mit! Werden Sie aktiv!

Gemeinnützigkeit braucht Sicherheit

Alle Einrichtungen des EVK sind gemeinnützige Einrichtungen. Ihre Arbeit bedarf der aktiven Hilfe oder der Förderung in Form von finanziellen Zuwendungen. Eine staatliche Förderung erfolgt nur zum geringsten Teil oder für bestimmte Bereiche überhaupt nicht. Eine Existenz und Sicherung der Arbeit ist deshalb mehr denn je durch engagierte Mitbürger und Mitmenschen erforderlich. Menschen, die sich einsetzen für die Idee der christlichen Nächstenliebe, die bereit sind, den Schwachen und Hilflosen in unserer Gesellschaft zur Seite zu stehen. Oder eben anderen Menschen es ermöglichen, eine solche Arbeit zu leisten.

Erzählen Sie von unserer Arbeit

Viele Menschen wissen nur wenig oder gar nichts über die vielfältige Arbeit im EVK. Dabei ist gerade eine breite öffentliche Unterstützung unserer Einrichtungen eine wesentliche Basis, um andere Menschen für unsere Ideen zu interessieren.

Vielleicht geben Sie deshalb diese Broschüre einfach in ihrem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis weiter, damit sich auch andere über unsere Arbeit informieren können. Wenn Sie mehr wissen wollen, informieren wir Sie auch gerne im direkten Gespräch weiter. Rufen Sie einfach eine der Kontaktanschriften an.

Arbeiten Sie ehrenamtlich mit

Einrichtungen, wie Hospiz, Kinderschutzambulanz oder Alten- und Pflegeheim sind dringend auf die Mitarbeit ehrenamtlicher Helfer und Helferinnen angewiesen. Gerade für die betroffenen Patienten ist ein solcher menschlicher, freiwilliger Kontakt eine wichtige Unterstützung. Aber auch für die Helfer und Helferinnen ergeben sich aus dieser Arbeit ganz neue Lebenserfahrungen.

Wenn Sie an einer aktiven Mitarbeit interessiert sind, informieren wir Sie gerne darüber. In speziellen Vorbereitungsseminaren werden Sie umfassend für Ihre Aufgaben ausgebildet.

Schreiben Sie uns oder rufen Sie eine der Kontaktanschriften an.

Die Mitgliedschaft in den Förderkreisen

Die Förderkreise der EVK-Einrichtungen haben es sich zur Aufgabe gemacht, aktiv und auf Dauer die Arbeit sicherzustellen. Die Mitglieder unterstützen dabei ideell und finanziell gezielt Projekte der einzelnen Bereiche. Auch Sie können Mitglied eines dieser Förderkreise werden. Sprechen Sie mit uns darüber, wie und in welcher Form Ihre Mitarbeit aussehen könnte.

Finanzielle Zuwendungen und Spenden

Finanzielle Zuwendungen und Einzelspenden sorgen dafür, daß die Arbeit und der weitere Aufbau der EVK-Einrichtungen auch in Zukunft sichergestellt ist. Wir sind deshalb für jede auch noch so kleinste Spende dankbar. Sie können für jede Einrichtung eine Zweckbindung Ihrer Spende festlegen. Soweit erforderlich oder gewünscht, erhalten Sie von uns eine Spendenquittung.

Helfen mit Ideen

Entwickeln Sie sinnvolle Ideen, um uns bei unserer Arbeit zu unterstützen. Viele Clubs oder Vereine, viele Unternehmen stellen uns Spenden zur Verfügung, die aus Sammlungen oder Aktionen stammen. Auch Künstler unterstützen uns, indem zum Beispiel der Erlös aus Ausstellungen oder Veranstaltungen unserer Arbeit zugute kommt. Wir unterstützen gerne solche Ideen, soweit uns dies möglich ist, mit Informationsmaterial oder Vorträgen über unsere Arbeit. Wir freuen uns jetzt schon auf Ihre Eigeninitiative zugunsten der menschlichen Arbeit im EVK.

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Broschüren-Rückseite

Redaktion: Helmut Peters