Apothekervereine-Referat

Die Hausapotheke

Mehr als nur ein Lagerplatz für Medikamente

Was ist das eigentlich: eine Hausapotheke? Nur ein Lagerplatz für Medikamente? Vielleicht sollte man zunächst einmal den Begriff der Hausapotheke, wie er verstanden wird, überdenken. Und wie das immer so ist, wenn man die Gegenwart betrachtet, tut man klugerweise erst einen Blick zurück in die Vergangenheit .

In vorchristlichen Zeiten war die Hausapotheke eine Art sakrale Einrichtung. Wer starb, bekam einen Vorrat mit für das Leben nach dem Tode. In den Grabfunden der Historie findet man ausreichend und umfangreich schmuckvoll ausgestattete „Hausapotheken“ als Grabbeigabe. Schon daran erkennt man den Wert, den man in früheren Zeiten der Hausapotheke beigemessen hat. Die Hausapotheke hatte eine überragende Bedeutung in der Zeit, in der ärztliche Versorgung noch nicht so dicht und nicht so zuverlässig war wie heute. Wenn durch Witterungsverhältnisse oder große Entfernungen der Weg zu Krankenhäusern und Ärzten erschwert war, war die Hausapotheke eine lebensrettende Enrichtung.

Auch heutzutage ist die Hausapotheke aus jedem vernünftigen Haushalt nicht wegzudenken, weil viele banale Erkrankungen des Alltags dazu zwingen, dass man schnelle Abhilfe schafft. Diese Frage, wie man schnell und richtig hilft, soll uns heute beschäftigen. Vorab ist aber einmal festzustellen, was die Hausapotheke auf keinen Fall sein darf: ein Müll und Schuttabladeplatz für alles, war irgendwann einmal als Arznei ins Haus gekommen ist. Die Hausapotheke und das ist eine große Gefahr ist in vielen Haushalten eine Ecke, in der alles verschwindet, was einmal vom Arzt verordnet, nicht eingenommen oder nicht aufgebraucht wurde. Das ist vielleicht ein Zug unserer Zeit, der aber große Gefahren in sich birgt. Um bei der Frage oder bei der Negativerklärung zur Hausapotheke zu bleiben: ein Arzneimüllplatz darf sie auf keinen Fall sein.

Wie ist es denn oft? Wenn die Medikamente aus der Apotheke abgeholt sind, werden sie aufgemacht und mit dem ersten Überlesen der Gebrauchsanweisung kommen schon Vorbehalte und Ängste. Wenn man Krankheitsnamen liest, die fürchterlich klingen irgendwo hat man sie schon einmal gehört und liest dann auch noch etwas von Gegenanzeigen, dann wird die Schachtel schnell zugemacht und verschwindet auf dem Apothekenmüllplatz. Kurzum: Arzneimittel, die für eine akute Erkrankung vom Arzt verschrieben und dann plötzlich nicht mehr gebraucht werden, weil die Erkrankung abgeschlossen ist, gehören in den echten Müll. Aber so zerkleinert, dass sie niemand mehr gebrauchen kann. Besonders ist darauf zu achten, dass Kinder unter keinen Umständen dazu kommen, mit den so schön bunt gefärbten Tabletten zu spielen und sie zu naschen. Das wäre eine ganz, ganz wichtige Forderung, die jeder, der eine sichere Verwahrung von Medikamenten gewährleisten will, erfüllen muß.

Eine völlig falsche Einstellung ist auch die Hoffnung, da ß man die Medikamente irgendwann wieder benützen könnte, wenn sich die Beschwerden wiederholen. Es wiederholt sich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, kaum ein Krankheitsvorgang wieder so, dass er in derselben Weise behandelt werden müßte. Auch die Berichte von der Nachbarin über ihre Beschwerden und das Mittel, das so phantastisch dagegen geholfen habe ( „probieren Sie das doch auch mal“) sind mit äußerster Skepsis als Leitlinie für die Behandlung der eigenen Krankheit zu wählen. Sie richten meist mehr Schaden an, als sie nutzen.

Wo sollte nun die Hausapotheke stehen? Auf keinen Fall im Badezimmer, denn das ist der wärmste und der feuchteste Raum des Hauses. Feuchtigkeit aber schadet fast allen Arzneimitteln. Die sichersten und übersichtlichsten Aufbewahrungsorte sind in der Regel der kühle Flur oder das kühle Schlafzimmer. Man benutzt dazu einen Schrank, so offen, durchsichtig und transparent, dass man nicht erst lange graben muß, wenn man etwas sucht, aber er muß abschließbar sein und für Kinder nicht erreichbar.

Die normalen Medikamentenschränke sind sehr teuer und außerdem viel zu klein. Und noch ein Tip in diesem Zusammenhang: Wenn in der Familie oder unter den heranwachsenden Kindern jemand an Naturwissenschaften oder an Erster Hilfe interessiert ist und auch schon einmal an einem Kursus teilgenommen hat, dann ernennt man ihn am besten zum „Pflegewart für die Hausapotheke‘

Die Einteilung in einem solchen Schrank wird zweckmäßigerweise nach einem Teil „Erste Hilfe“ und einem zweiten Teil, den man mit „Arzneimittel von Kopf bis Fuß“ umschreiben kann, vorgenommen. In die Abteilung ‚Erste Hilfe“ gehört alles, was für die akute Wundbehandlung und für andere, plötzlich auftretende Verletzungen geeignet ist.

 Dazu gehören u.a.:

 zwei Mullbinden mit 6 cm Breite,  zwei Mullbinden mit 8 cm Breite,  ein Verbandpäckchen groß,  eine Rolle Heftpflaster 1 m x 2 1/2 cm,

ein Wundschnellverband 10 x 4 cm,
ein Wundschnellverband 10 x 6 cm,
ein Wundschnellverband

Verbandwatte 25 g,  1 2 Sicherheitsnadeln,  zwei Verbandklammern ,  eine Splitterpinzette,  eine Verbandschere ,  drei Dreieckstücher

10 x 8 cm,

Die Schere, die in diesem Verbandsschrank liegt, sollte gelegentlich nachgesehen werden, ob sie nicht rostet oder stumpf ist. Vielleicht auch, weil sie mal von den Kindern für irgendwelche Schnitz- oder Schneidearbeiten entfremdet wurde. Auch das Fieberthermometer , das am besten in zwei Exemplaren in der Hausapotheke vorhanden sein sollte, muß gelegentlich geprüft werden, ob es noch tauglich ist. Wichtig: Tiermedikamente für die Behandlung von Hund, Katze, Meerschweinchen oder Wellensittich gehören auf keinen Fall in die Haus— apotheke. Verwechslungsgefahren liegen auf der Hand.

Eine zweite Einteilung nimmt man für „Arzneimittel von Kopf bis Fuß“ vor. Diese Einteilung sollte man ruhig wörtlich nehmen, weil man so alles schnell und einfach findet.

Wir fangen mit den Haaren an. Es ist nicht etwa ein Zeichen von Unsauberkeit in der Familie, sondern ein Zug der Zeit, dass die Kopfläuse wieder zugenommen haben. Wenn die Kinder z.B. nach Hause kommen und erzählen, dass der Frank mit den schönen langen blonden Haaren in derselben Bank sich am Vormittag so schrecklich gekratzt habe, dann ist Gefahr im Verzug.

Man sollte dann zur Vorbeugung seinem Kind mit einem Spezialmittel den Kopf waschen. Mögliche Gefahren für andere Familienmitglieder sind damit weitgehend behoben. Kopfläuse haben übrigens nichts mit Unsauberkeit zu tun. Sie können von jemandem mitgebracht worden sein, z.B. von einer Reise, während der man vielleicht auf einem Kamel in Kairo geritten ist oder sich mit irgendwelchen Volksmengen durch den Basar geschoben hat.

Der unter den Haaren befindliche Kopf, ist oft Anlaß von trüben Erfahrungen. Gerade morgens nach starken Belastungen. Kopfschmerzmittel sind deshalb die am häufigsten verkauften Arzneimittel in der Apotheke. In vielen Fällen werden sie aber unsinnig und leichtfertig genommen. Daß Kopfschmerzmittel in die Hausapotheke gehören, ist selbstverständlich, aber die dürfen auf keinen Fall zu einer Dauereinnahme verleiten. Wer bei den geringsten Beschwerden jedesmal Kopfschmerztabletten nimmt, kann irgendeine schlimme Erkrankung, die vielleicht mit dem Blutdruck oder mit anderen Unpäßlichkeiten zu tun hat, verschleppen oder sogar noch die Quelle für anderen Nebenerkrankungen legen.

Kopfschmerztabletten sollen also das sein, was auch in ihrer Beschreibung angekündigt wird: nur für einfache Unpäßlichkeiten und für gelegentlichen Gebrauch gedacht. Sie sind kein Naschmittel und beileibe kein Aufputschmittel in dem Sinn, dass man die normal eintretende Müdigkeit des Alltags mit zwei Tabletten verscheuchen kann. Es wäre eine schlimme Tatsache, wenn eine solche Einstellung vorherrschte. Auch die Eltern würden ein schlechtes Beispiel für ihre Kinder geben, wenn sie tatsächlich das „Naschkästchen“ mit den Tabletten so selbstverständlich neben dem Frühstücksteller stellen.

Erkrankungen der Augen sind sicher in den meisten Fällen Sache des Arztes. Aber gerade in ländlichen Bereichen kommt es während der Erntezeit zu Staubreizungen, die am Auge zu ganz empfindlichen Störungen führen. Hierzu sollten in der Hausapotheke einfache Augentropfen vorhanden sein, mit denen man solchen Reizungen begegnen kann. Wenn sie schlimmer werden, muß man zum Arzt gehen. Die Augentropfen, das sei hier gesagt, sind nicht unbegrenzt haltbar. Wenn sie noch nicht angebrochen sind, kann man sie bis zu zwei Jahren in der Hausapotheke stehen lassen, es sei denn, sie sind übermäßig warm geworden. Ein kleiner Vermerk auf der Schachtel hilft dabei, sich an das Kaufdatum zu erinnern.

Sind sie aber angebrochen, so sollten Augentropfen nicht länger als einen Monat aufgehoben werden. Deshalb sollte möglichst das Anbruchdatum vermerkt werden .

Bei Augenverletzungen durch Staub oder Grannen muß das Auge möglichst schnell gespült werden. Deshalb gehört eine Augenbadewanne in die Hausapotheke. Damit werden alle Fremdkörper im Auge ausgewaschen. Zu empfehlen sind Augenbäder, die es frei verkäuflich in Apotheken gibt. Ebenfalls sind Augentropfen ein Mittel, das für einfache Augenrelzungen angebracht ist. Ihr Apotheker kann Sie hier beraten.

Bei der Nase ist es ähnlich. Wer zu starken Schleimhautreizungen neigt, sollte Nasentropfen bereithalten. Eine Packung solcher Präparate gehört auf jeden Fall in die Hausapotheke. Auch für die Nasentropfen gilt: Wenn sie nicht angebrochen sind, halten sie unbedenklich zwei bis drei Jahre. Wurden sie angebrochen, dürfen sie nicht länger als einen Monat aufbewahrt werden .

Ehe wir an den Hals geraten, müssen wir an die Zahnpflege denken. Ein Thema, dass in unserer Gesellschaft immer noch nicht genügend Beachtung findet. Die Zahnärzte mühen sich immer wieder, mit Appellen darauf aufmerksam zu machen, daß die Zahnpflege eine sehr wichtige Voraussetzung für die Erhaltung der Gesundheit ist. Deshalb gehört auch in die Hausapotheke alles, was zur Behandlung einer akuten Erkrankung des Zahnfleisches notwendig ist.

Bei dritten Zähnen bedarf es einer Pflege der empfindlichen Mundschleimhat. Hier eignet sich zum Spülen Kamillentee oder Salben, die schmerzlindernd und desinfizierend wirken und heilen. Derartige Salben haften sehr gut auf den Prothesen und der Mundschleimhaut und nehmen in kürzester Zeit den Druckschmerz. Wenn man mit solchen Beschwerden rechnen muß, gehört eine entsprechende Salbe auch in die Hausapotheke.

Weiter zum Hals: Halserkrankungen sind ebenfalls äußerst häufig. Es gehören daher einfache Desinfektionsmittel in die Hausapotheke. die man lutschen muß. Es besteht immer die Gefahr, dass gerade Jugendliche die Tabletten furchtbar schnell zerkauen und herunterschlucken, besonders dann, wenn sie süß schmecken. Das wäre aber ganz verkehrt, denn beim Schlucken ist der Effekt vorbei. In diesen Fällen hält man lieber ein Gurgelmittel bereit, mit dem man akute schmerzhafte Halserkrankungen gut behandeln kann. Halsentzündungen sind immer Zeichen von Erkrankungen, die nicht nur im Hals lokalisiert sind. Der Hals gibt ein Warnsignal, weil der Körper von einer Infektion befallen ist. Wenn die Halserkrankung mit Fieber verbunden ist, sollte der Weg zum Arzt selbstverständlich sein.

Der weitere Weg über den Körper geht jetzt schneller. Herzerkrankungen und Kreislauf schwächen kann man nicht aus der Hausapotheke heraus behandeln. Man kann zwar leichte Kreislauf-Tropfen oder Hoffmanns-Tropfen vorrätig halten; beide zählen zu den Mitteln, die bei Kreislaufschwächen die unmittelbaren Beschwerden etwas lindern können. Aber der Weg zum Arzt ist selbstverständlich. Jeder, der mit solchen Leiden öfter zu tun hat, wird sowieso ein Mittel haben, mit dem er diese Kreislauflabilität behandeln kann.

Sehr schmerz anfällig ist der Magen. Für ihn gibt es unzählige Empfehlungen als Hausmittel. Nichts ist so dunkel wie der Magen. Nicht nur, weil man nicht in ihn hineinsehen kann, sondern auch, weil die Ursachen für seine Erkrankungen schwer feststellbar sind. Deshalb ist es barer Unsinn, wenn ein stark alkoholhaltiges Mittel, als probates Mittel gegen Magenschmerzen empfohlen wird. Bei Magenreizungen muß man als indifferentes Mittel etwas nehmen, was die unmittelbaren Schleimhautreizungen lindert. Diese Schleimhautreizungen werden z.B. durch magnesiumhaltige Präparate gelindert. Das Arzneimittel absorbiert und neutralisiert störende Säuren, die als Sodbrennen empfunden werden. Es gehört in die Hausapotheke und schadet in keinem Fall, wenn es hier und da einmal genommen wird.

Was auch bei den üblichen Magenerkrankungen hilft und Linderung schafft, ist einfacher Pfefferminztee oder Kamillentee. Diese Empfehlung ist beileibe kein Rückschritt in nostalgische Zeiten. Tee in dieser Form vorrätig zu halten ist ein Gebot der Vernunft. Durch Wärme und ätherische Öle, die in dieser Droge vorhanden sind, wird in den meisten Fällen geholfen. Der Gesundheitsminister würde sich sicher freuen, wenn die Kosten im Gesundheitswesen durch einen intensiveren Gebrauch von Tee sinken würden. Man hält den Tee bitte trocken und in kleinen Mengen, aber als echte Droge, in der Hausapotheke vorrätig, am besten in einem gut verschließbaren Gefäß. Die Beutelware hat meist mindere Qualität und eignet sich nicht für längeres Aufheben. Die Papiertüte saugt zwangsläufig das ätherische öl auf und es verfliegt. Gerade das Öl aber ist wirksam!

Ebenfalls ein oft anfälliger Bereich ist der Magen-Darmtrakt. Hier gilt dasselbe wie für den Magen. Ernsthafte Störungen können nicht mit Mitteln aus der Hausapotheke behandelt werden. Sehr häufig sind Stuhlverstopfungen, die man auch als eine Zivilisationserkrankungen bezeichnen kann. Deshalb sollte man Mittel meiden, die den Darm noch zusätzlich belasten oder reizen. Natürliche Quellstoffe und Quell— mittel wie getrockneter Leinsamen mit einem Transportmittel, am besten Pflaumenmus, heruntergeschluckt, wären ein gutes Mittel. In der Hausapotheke kann man allerdings nur Leinsamen aufbewahren, der noch nicht zermahlen ist. Leinsamen ist eine Droge wie Kamille oder Pfefferminze. Er enthält sehr viel öl, das beim Mahlen frei wird. Nach längerem Aufbewahren wird es ranzig. Ranziger Leinsamen aber ist eine Qual. Wenn man z.B. einmal Kinder zwingt, ranzigen Leinsamen zu essen, dann werden diese wahrscheinlich ihr ganzes Leben lang nie wieder ein natürliches Verdauungsregulierungsmittel einnehmen, sondern wollen lieber Tabletten schlucken. Leinsamen also ungemahlen vorrätig halten. Eine einfache ausrangierte Kaffeemühle reicht aus, um ihn zu schroten. In der Hausapotheke wird Leinsamen in einem luftabgeschlossenen Gefäß in Mengen von ca. 250 g vorrätig gehalten. Auch hier gehört das Datum auf das Gefäß, damit der Leinsamen nicht die nächsten zwei bis drei Generationen aufgehoben wird.

Für oft eintretende Verdauungsbeschwerden und gegen sich bildende kleine Darminfektionen bedarf es in der Hausapotheke eines Darmdesinfiziens. Am besten werden Kohlekompretten vorrätig gehalten. Sie zählen nach wie vor zu den indifferenten, also unschädlichen Mitteln, die für eine kurze Zeit ausreichende Wirkung im Darm herbeiführen können.

Gegen Hexenschuß und Muskel verspannungen eignet sich ein wärmendes Rheumapflaster, das man sich in der Apotheke holen sollte. Die akute Wärme des Rheumapflasters hilft.
Wer unter schweren Schlafstörungen leidet und das sind eigentlich nur ganz wenige Menschen, muß vom Arzt behandelt werden. Wer gelegentlich durch Aufregung oder andere Umstände schlecht schläft, der wird, wenn er in der Nacht ans Schränkchen geht und sich ein Schlafmittel nimmt, morgens mit einem dicken Kopf aufwachen. Dann muß er drei Tassen Kaffee trinken, ein Weckmittel nehmen und ist übel gelaunt für den Rest des Tages. So etwas ist alles andere als gesund. Wenn man also eine Nacht schlecht schläft, dann ist es das Einfachste, wenn man sich am Mittag hinlegt und die Zeit nachschläft. Vor unsinnigem Vorrätighalten von Schlafmitteln in der Hausapotheke ist zu warnen.

Wenn der natürliche Rhythmus des Körpers mit Inanspruchnahme und Ruhepause einmal völlig durcheinandergebracht ist, funktioniert überhaupt nichts mehr. Schlafmittel gehören in einen Bereich, in dem man, z.B. durch Operationen oder schwere Krankheit, kurzzeitig einen narkoseartigen Erholungs- und Ruhezustand braucht. Einen natürlichen und gesunden Schlaf vermittelt kein einziges Schlafmittel. Ein einfaches Präparat aus Hopfen, Baldrian usw. ist völlig unschädlich und erfüllt auch seinen Dienst.

Weitere Bereiche, bei denen die Hausapotheke eine schnelle Abhilfe schaffen kann, sind Verletzungen, die durch Ausrenkung oder Verstauchungen eintreten. Sie sind sehr schmerzhaft, aber in den meisten Fällen nicht gefährlich. Dazu zählen die durch Witterung und Anfälligkeit oft auftretenden rheumatischen Schmerzschübe, gegen die man ein probates Mittel zur Hand haben sollte. Immer wieder muß betont werden, dass man bei länger anhaltenden Beschwerden zum Arzt gehen muß. Gliederschmerzen lassen sich nach wie vor mit Er— folg selbst behandeln. Wenn sie schmerzhaft sind und eine akute Schwellung sich zeigt, muß man durch Abkühlen versuchen, die Hitze aus diesem verstauchten Glied möglichst durch einen schnell verdunstenden Umschlag herauszuziehen. Hier eignet sich nach wie vor ein Alkoholumschlag hervorragend. Gute Hilfe bringt aber auch essigsaure Tonerde. Man kann sich aber auch eine Salbe oder ein Gel in der Apotheke kaufen. Besonders Gele eignen sich nämlich für die Behandlung von mit Schwellungen verbundenen Verstauchungen.

Auch bei durch Insektenstichen ausgelösten allergischen Reizungen helfen spezielle Gele mit antiallergischer Wirkung hervorragend. Die Schwellungen, die durch die Insektenstiche verursacht werden, brauchen in jedem Falle auch eine Abhilfe gegen Juckreiz, der meistens in der Nacht durch die Bettwärme noch schlimmer wird.

Puder und Wundgel sind die Standardbehandlungen für alle Verletzungen, die oberflächlich sind und nicht bluten.

Bei blutenden Verletzungen ist angezeigt, dafür zu sorgen, dass man sofort oberhalb der stark blutenden Wunde einen Preßverband anlegt, damit die Durchblutung in dem verletzten Bereich nicht mehr so stark ist. Das gelingt unter Umständen auch schon mit der üblichen Wundkompresse. Deshalb gehört auch sie in die Abteilung Erste Hilfe und Verbandstoffe.

Noch ein kleiner Tip: Verbandpäckchen müssen von Zeit zu Zeit daraufhin überprüft werden, ob die Verpackung noch luftdicht verschlossen ist. Denn gerade auf eine tiefere Verletzung gehört ein steriler Wundverband . Hat man nichts Steriles zur Hand, dann läßt man die Wunde ausbluten und desinfiziert sie , ehe man irgendetwas daraufdeckt, das Schmutz in die tieferen Schichten hineintransportiert und eine Blutvergiftung verursachen kann.

Gesundheit ist das höchste Gut. Sie liegt seit Jahren an der Spitze der Wunschliste bundesdeutscher Umfrageergebnisse. Eine ordentlich geführte Hausapotheke ist dabei einer der Garanten für schnelle Wiederherstellung der Gesundheit bei banalen Erkrankungen. Die Apotheker als Fachleute für Arzneimittel und in Zusammenarbeit mit dem Arzt, der Ansprechpartner des Patienten für eine gesunde Lebensweise, helfen gerne dabei.

Redaktion: Helmut Peters