Mensch und Maus

Die Computer-Maus: Vor über 30 Jahren entwickelt

Seit über 30 Jahren gibt es nun die Computer-Maus. Anfangs belächelt, hat sich die Maus inzwischen zu einem hochentwickelten ergonomischen Werkzeug im Computerbereich entwickelt. Für die meisten Anwender gehört sie genauso wie Tastatur oder Bildschirm als selbstverständlicher Bestandteil zum Computer.

Die erste Maus wurde 1963 von Doug Engelbart am Stanford Research Institut in den USA entwickelt. Sie war damals für den Augment-Computer konzipiert. Es handelte sich dabei um ein simples Eingabegerät aus Holz, das der Software bei jeder Mausbewegung ein Signal übermittelte und so die Cursorbewegung beeinflusste.

Die „Maus-Idee“ wurde jedoch erst Anfang der 70er Jahre richtig ernsthaft verfolgt, als im Auftrag des Palo Alto Research Center der Firma Xerox eine erste digitale Version von Engelbarts Maus konstruiert wurde.

Parallel dazu entwickelte Xerox den Alto-Computer, der gemeinsam mit der Maus ausgeliefert werden sollte. Obwohl von diesem Rechner nur rund 100 Exemplare verkauft wurden, war damit der Weg für die weitere Entwicklung von Computern und Mäusen vorgezeichnet.

Nachdem viele Hersteller die Xerox-Maus adaptierten und für ihre eigenen Produkte einsetzten, überlegte sich auch das Softwarehaus Microsoft, eine eigene Maus zu entwickeln. Man wollte damit die bisherige Microsoft-Produktpalette um ein geeignetes Hardwareprodukt erweitern.

Der Grundstein für die heute oft als „Original-Maus“ bezeichnete Microsoft-Maus war gelegt. Die Maus sollte handlich zu bedienen und so klein sein, dass gerade eben noch das technische Innenleben hineinpasste.

Doch die Verwirklichung dieser Vorstellung war schwieriger als man es sich gedacht hatte. Viele Hersteller elektronischer Geräte bezweifelten ganz einfach, dass man die notwendige Codiereinheit in einem winzigen Gehäuse unterbringen könne. Erst nach Monaten wurde ein Vorschlag gefunden, der funktionstüchtig und realisierbar war.

Im Juni 1983 konnte dann Microsoft die erste Bus-Maus für den IBM-PC vorstellen. Mit zwei Tasten unterstützte die mechanische Maus, basierend auf einer Stahlkugel mit einem Paar Rollen, die die Bewegung der Maus auf jeder ebenen Oberfläche registrierten, das Textprogramm MS-Word. Der herausragende Vorteil lag darin, dass die mechanische Übersetzung der Microsoft-Maus nur wenig Strom beanspruchte und damit ohne separate Stromversorgung auskam. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die Maus veränderte die Art und Weise, wie Anwender den Computer benutzten.

Bereits ein Jahr später stellte Microsoft eine serielle Maus-Variante vor, die direkt an die RS232-Schnittstelle angeschlossen werden konnte. Sie benötigte im Gegensatz zur Bus-Maus keine separate Bus-Karte, die im Computer einen Steckplatz belegte.

Auch das Betriebssystem MS-DOS wurde nach und nach auf die Arbeit mit der Maus abgestimmt. Frei installierbare Gerätetreiber vereinfachten die Konfiguration beliebiger Computersysteme in Verbindung mit der Maus erheblich. 1985 wurden die Maus-Treiber-Versionen auf die meisten gängigen Grafikkarten abgestimmt.

Die dritte Generation der Microsoft-Maus wurde im September 1987 vorgestellt. Man ließ die Gestaltung der Maus komplett überarbeiten und legte dabei noch mehr Wert auf Handlichkeit und Ergonomie. Man entwickelte eine hoch leistungsfähige Maus-Software und neue Möglichkeiten einer leichten, unkomplizierten Installation. Seit 1989 steht die Microsoft-Maus nun mit einer Auflösung von 400-dpi zur Verfügung.

Heute ist die Maus aus dem Computer-Alltag kaum mehr wegzudenken. Im Gegenteil, immer mehr Computer werden wie selbstverständlich mit einer Maus verkauft. Mit der Zunahme grafischer Benutzeroberflächen, wie zum Beispiel Windows oder OS/2, wurde die Maus noch erfolgreicher und unverzichtbarer.

Redaktion: Helmut Peters