Richtung Zukunft

Immobilien-Networking mit der „Deutschen Immobilienbörse“

Bei einer Börse bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Bei der „Deutschen Immobilienbörse/IREX“ kommt mehr hinzu. Die Idee, einen Marktstandard zu schaffen, der mehr Markt bietet. Unmöglich? Alles nur eine Frage des guten Willens und der Technik. Und ein wenig Philosophie spielt dabei natürlich auch eine Rolle.

Mit neuen Ideen neue Märkte erreichen

„Wohnungen und Objekte sind genügend da! Das Angebot wird nur nicht genügend professionell erfaßt, professionell bearbeitet und professionell dem Markt zur Verfügung gestellt!“ Der, der diese Behauptung aufstellt, ist der Immobilienmakler Richard Pfruender aus dem bayerischen Hopfen am See. Wo alle Welt zum Beispiel über fehlende Objekte im Mietwohnungsbereich, klagt, will Richard Pfruender handeln. Und zwar ganz konkret mit Hilfe moderner Computertechnologie.

Seine Idee heißt „Deutsche Immobilienbörse/IREX“. Und die widerum ist mal ausnahmsweise kein bayerischer Streich gegen die Immobilenbranche, sondern ganz sicherlich ein sehr praktischer Beitrag, das bisher immer noch tradionsbehaftete Immobiliengewerbe auf einen neuen Weg mittels moderner Technik zu bringen. Dies trifft vor allem auf die vielen kleinen und mittleren Maklerbüros zu, wo jeder für sich alleine werkelt.

Was Richard Pfruender will, ist die Zurverfügungstellung eines Marktes auf elektronischem Wege, der einen wettbewerbsfähigen Handel mit Immobilien ermöglicht. Rein technisch gesehen bedeutet dies den Aufbau eines nationalen und internationalen Networks, bei dem jeder Networkteilnehmer Immobilienobjekte jeglicher Art in eine gemeinsame Datenbank einspeichert.

Der Zugriff auf diese Datenbank erfolgt nach bestimmten Regeln, denen sich alle Teilnehmer unterwerfen. Derjenige, der ein Angebot einspeichert, kann zum Beispiel sehr genau die Bedingungen für eine Weitervermittlung durch einen Partner festlegen. Das geht im Detail von den Vermittlungsbedingungen bis hin zu der Festlegung eines Provisionsanteils für Anbieter und Vermittler. Die Angst, ein Angebot abzugeben und dadurch Geschäft zu verlieren, wird auf ein Minimum reduziert. Denn die „Deutsche Immobilienbörse“ will Markttransparenz und Marktverbreiterung bei fairen Bedingungen für jeden. Das Prinzip lautet wie an einer richtigen Börse „Ich kann Aktien kaufen, muß es aber nicht um jeden Preis. Ich kann einsteigen, aber nur, wenn mein Partner auch auf meine Vorstellungen eingeht.“

Kampf mit vielen Problemen

Wer mit Richard Pfruender spicht, hat sofort den Eindruck, daß dieser Mann weiß, was er will. Die Problematik der heutigen Immobilienbranche ist für Pfruender vielschichtig. Da gibt es zwar regional Ansätze von Maklern für eine Zusammenarbeit in bestimmten Märkten. Da gibt es einschlägige Verbände, die in sich zerstritten sind und trotz offener europäischer Grenzen lieber wie bisher arbeiten möchten. Da gibt es die Tradionalisten, die möglichst alles alleine machen möchten. Da gibt es Computertechnologie in den Maklerbüros mit den unterschiedlichsten Betriebssystemen, unterschiedlichen Programmen und unterschiedlichem Datenaufbau. Jeder denkt anders, jeder handelt anders und jeder agiert anders. Und jeder denkt für sich.

Voll elektronisch

Die Idee der „Deutschen Immobilienbörse/IREX“ könnte da zumindestens eine Grundlage für Gemeinsamkeit schaffen. Denn sie will einen Standard setzen: Objektorientierte Datenbank. Voll elektronisches System. Verteilte Datenhaltung. Standardisierte Eingabe und Abfrage von Informationen. Übertragung von Bild und Sprache (Lagepläne, Grundrisse, Fotos). Volle Vernetzung aller am System beteiligten Makler und Banken. Zusätzliche Datenhaltung im Host. Geografische und kartografische Abfragen. Zeitreihen wie Preise, Preisspiegel, Marktanalysen, usw. Automatische Abrechnung aller am System beteiligten Parteien.

Eine ganze Menge also, was sich die „Deutsche Immobilienbörse/IREX“ vorgenommen hat. Und dabei trotzdem nicht realitätsfern liegt. Denn es wundert immerhin, daß ein Makler heute zwar in vielen Bereichen seines Geschäftes die moderne Technik akzeptiert, sie jedoch für seine eigenen Bedürfnisse wenig, wenn gar nicht nutzt.

Aller Anfang ist schwer

Von der Theorie in die Praxis. Die beste Idee und die modernste Technik funktionieren nicht, wenn sie nicht angenommen oder genutzt werden. Wie also soll nun die „Deutsche Immobilienbörse/IREX“ in Schwung kommen? Richard Pfruender stellt sich die Gründung einer Aktiengesellschaft als Trägergesellschaft vor, bei der Immobilienmakler und Banken das Eigenkapital stellen. Jeder, der an „IREX“ teilnehmen möchte, muß eine Benutzerlizenz erwerben und hat dadurch Zugang an allen an der Börse gelisteten Objekten. Die Aufgabe von „IREX“ wird es sein, den elektronischen Handel mit Objekten zu ermöglichen, zu überwachen und die dafür notwendigen Abrechnungen vorzunehmen. Zur Teilnahme am Handel mit „IREX“ muß ein Teilnehmer bestimmte Anforderungen und Voraussetzungen erfüllen. So muß er zum Beispiel über adäquate Einrichtungen und qualifiziertes Personal verfügen. Jeder Teilnehmer muß dazu die notwenigen Hardwarevoraussetzungen erfüllen un die jeweilige Software erwerben.

Technische Voraussetzungen

Da sitzt jetzt also der Teilnehmer der „Deutschen Immobilienbörse“ an seinem Bildschirm und tippt fleißig seine Angebote ein. Richard Pfruender hat dafür die technischen Voraussetzungen hoch geschraubt. Empfohlen werden immerhin der Einsatz des NeXT-Betriebssystems. Und das ist zwar im Vergleich zu anderen Betriebssystemen das teuerste, aber auch das ausgereifteste System. Komplett objektorientiert mit einer hervorragenden Oberfläche, die das Arbeiten leicht macht. NeXT läßt Oberflächen wie Windows oder Apple weit hinter sich, stellt jedoch sehr hohe Systemanforderungen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, PC’s (Intel i 486) unter UNIX anzuschließen.

Der Teilnehmer kann Terminals (monochrom) oder Farbmonitore verwenden, empfehlenswert ist ein Scanner. Der Einsatz einer Stillbild-Video-Kamera vollendet den Arbeitsplatz. Wer mit vollem Equipment die „Deutsche Immobilienbörse/IREX“ nutzt“, wird die Vorteile schon bald nicht mehr missen möchten. NeXT macht den Einstieg problemlos und die Arbeit leicht.

Das Angebot

Das Angebot der „Deutschen Immobilienbörse/IMEX“ ist sehr vielschichtig. Da gibt es die IREX-News, die den Teilnehmern online Nachrichten über den Immobilienmarkt zur Verfügung stellt. Da gibt es IREX-Agent – der Kern von IREX -, der professionelle Immobilienvermittlung auf höchstem Niveau garantiert. Das Expertensystem nimmt dabei Rücksicht auf den weniger versierten Mitarbeiter, bietet aber einem Top-Profi Möglichkeiten von ungewohntem Ausmaß. Da gibt es IREX-Exchange, die dem Teilnehmer, den elektronischen Handel mit Immobilien erlaubt. Weitere Serviceangebote sind in Vorbereitung.

Man mag über die Technik streiten. Über die Idee von Richard Pfruender gibt es eigentlich kaum eine Diskussion. Die Immobilienbranche in Deutschland muß sich angesichts veränderter nationaler Märkte, angesichts eines offenen europäischen Markes und auf der Grundlage eines zukunftsorientierten unternehmerischen Denkens zumindestens der Philosophie eines Richard Pfruender anschließen. Klagen alleine hilft nicht!

Redaktion: Helmut Peters