Brockhauszentrum Leipzig: Fassadengestaltung nach Maß

MBI-Fassadensteine sorgen für ein ausdrucksvolles „Gesicht“ des Gebäudes

Das neue Brockhaus-Zentrum Leipzig: Seine klare architektonische Linie vermittelt Sensibilität gegenüber dem historischen Standort und zugleich Modernität. Für Planer Dipl. Ing. Andreas Deilmann und seine Mitarbeiter eine interessante Herausforderung mit individuellen Gestaltungsmöglichkeiten.

Aber auch Zulieferer wie der Hersteller von Fassadensteinen, MBI Beton, wurden auf die Probe gestellt: Immerhin galt es, für dieses Projekt nach den Vorgaben des Architekten und Bauherren Fassadensteine für 14.000 Quadratmeter Verblendfläche herzustellen und dafür zum Teil Sondermodelle zu entwickeln. Dazu kamen kurze Lieferzeiten und knifflige technische Details, die im Vorfeld zu klären waren. „Für uns war das Brockhaus-Zentrum eine Aufgabe, die Know How, Flexibilität und Erfahrung erfordert“, sagt Pieter Liebregts, Verkaufsleiter bei MBI Beton in Essen.

Um ein solches Projekt zu realisieren, braucht man zuverlässige Partner. Liebregts: „Beim Brockhaus-Zentrum war die Firma Max Ossig aus Münster als Vermittler zwischen Produzent und Baustelle mit im Boot.“ Bei Mitarbeiter Hans-Joachim Hasse liefen die Fäden zusammen. Hasse: „Die Fassadensteinen sollten eine feine, glatte Oberfläche und eine regionaltypische Farbgebung haben.“ In der Leipziger Gegend findet man an den Fassaden vielfach Rot- und Beigetöne. Also hat MBI nach diesen Vorgaben verschiedene Mustersteine gefertigt.

Das war kurzfristig möglich, weil MBI über ein eigenes Labor und ein spezielles Technocenter für die Entwicklung von Formen und Maschinen verfügt. Außerdem galt es, in Windeseile Speziallösungen für den Sockelbereich der Pfeiler und für die Fensterstürze zu entwickeln. Das Ergebnis: Verblendsteine aus Beton in bislang am Markt nicht erhältlichen Farben und achtzehn neue verschiedene Formsteine.

Die ersten Verblendsteine wurden im August 1994 nach Leipzig transportiert. Weitere Lieferungen mit einer Tagestonnage von 50 Tonnen folgten. Insgesamt wurden 100 LKW-Ladungen mit rund 200.000 Steinen geliefert. Pieter Liebregts: „Bei Projekten dieser Größenordnung kann nicht alles auf einmal geliefert werden.“ Daher wurden große Mengen an Verblendsteinen gefertigt und zunächst im Werk gelagert, um dann in kurzen Abrufzeiten nach Sachsen transportiert zu werden. Gleichzeitig gewährleistete dieses Verfahren eine größtmögliche Farbgleichheit und Maßgenauigkeit der Steine. Auch Sturzarten und -längen beim Brockhaus-Zentrum waren für Planer und Baustoffhersteller eine Herausforderung: Immerhin hat das Gebäude insgesamt achtzehn verschiedene Sturzarten mit zusammen 3.200 Metern Länge.

Im Sockelbereich ging ebenfalls nichts „von der Stange“: Denn der Sockelbereich sollte im Detail Sockelzonen aus der Gründerzeit (um die Jahrhundertwende) entsprechen. Hierzu war es erforderlich, die Betonblender mit einer zurückspringenden Schattennut herzustellen. Dazu kamen Formsteine, Paßstücke und Eckwinkel. Eine schwierige Aufgabe, die aber nach Aussage der Bauleitung „wie alles andere auch, hervorragend gelöst“ wurde.

Redaktion: Helmut Peters