Gut gerüstet in neue Regionen

Die alte und neue Hauptstadt Berlin war für Hünnebeck schon immer ein wichtiger Markt

An ostdeutschen Baustellen soll die Arbeit 1992 erst richtig losgehen: Die Branche erwartet für dieses Jahr einen Zuwachs des Bauvolumens von real plus 15 bis 20 Prozent nach fünf Prozent in 1991. Hünnebeck ist schon jetzt dafür gut gerüstet. Denn das Unternehmen hat nicht nur viele Erfahrungen mit Projekten in der ehemaligen DDR, sondern nach der Vereinigung innerhalb kürzester Zeit ein dichtes Vertriebsnetz in den neuen Bundesländern aufgebaut. Und auch in Berlin direkt tut sich eine ganze Menge. Grund genug also nach Berlin zu fahren, um dort „vor Ort“ zu erleben, wie man sich auf den kommenden Bau-Boom vorbereitet.

Das Wetter ist nasskalt, es regnet. Unweit des Berliner Flughafens Tegel treffen wir im alten Hünnebeck-Domizil auf Klaus-Uwe Lorenz. „Klein, aber fein!“ begrüßt uns der erfahrene Hünnebeck-Manager in seinem Büro. Rund 20 Jahre, seit der Gründung der Hünnebeck-Filiale im Jahre 1972, ist er hier in Berlin dabei. Hat alle Höhen und Tiefen dieser Stadt miterlebt. Das Gefühl einer einengenden Mauer ebenso wie das der Öffnung Berlins zu einer freien Stadt inmitten Deutschlands. „Endlich hat Berlin wieder Hinterland. Man kann wieder durch die Stadt fahren, ohne daran denken zu müssen, nach ein paar Kilometern auf die Mauer zu treffen. Und das alleine tut ungemein gut!“, meint Klaus-Uwe Lorenz.

Neues Lager in Berlin-Weißensee

Auf dem Gelände des bisherigen Hünnebeck-Lagers in Berlin-West herrscht Platzmangel an allen Ecken. „Natürlich ist das hier für unser gewaltig gestiegenes Geschäftsvolumen viel zu klein geworden.“, stellt Klaus-Uwe Lorenz klar. „Mit dem Aufbau unseres neuen Lagers in Berlin-Weißensee haben sich aber nunmehr viele unserer bisherigen Probleme gelöst.“

Wir fahren nach Berlin-Weißensee, wo sich ab 1992 die neue Hauptniederlassung für den gesamten Berliner und Brandenburger Markt befinden wird. Kurz hinter der ehemaligen Grenze zur DDR sieht man immer noch die Wachtürme und kann erahnen, was sich dort alles abspielte. An den Häusern im Osten Berlins, wo sich auch Weißensee befindet, lassen sich „40 Jahre Sozialismus“ entdecken. Nur wenige Fassaden sind instand, alles wirkt ein wenig traurig. „Riesige Chancen für uns!“ sagt Klaus-Uwe Lorenz. „Seit der Öffnung ist die Nachfrage nach Hünnebeck-Röro Gerüsten im Baunebengewerbe stark gestiegen. Auch unsere Schalungssysteme werden im Bauhauptgewerbe mehr denn je eingesetzt. Und, wie Sie sehen, der Bedarf an Renovierungsmaßnahmen und Neubauten ist gewaltig!“

Mehr Raum auf 10.000 m2 Fläche

Ankunft in Berlin-Weißensee. Vor dem frisch gestrichenen Gebäude der neuen Hauptniederlassung flattert die Hünnebeck-Fahne. „Da sind wir nun!“ Klaus-Uwe Lorenz weist mit der Hand auf das aufgeräumte Lager mit Hünnebeck-Gerät. „Wenn hier erst mal alles richtig installiert ist, werden wir unsere Kunden in Zukunft noch schneller und gezielter bedienen können. Denn die Nachfrage wächst ständig. Unsere Lagerfläche inklusive der Halle ist nun doppelt so groß wie vorher. Rund 10.000 m2 stehen uns zur Verfügung. In Kürze wird hier außerdem eine Schalungs-Reinigungsanlage installiert sein. Immerhin muss der Marktführer in Berlin immer der Konkurrenz eine Nasenlänge im voraus sein!“

Mit engagierten Mitarbeitern erfolgreich arbeiten

Klaus-Uwe Lorenz führt uns in die neuen Büroräume. Die Farbe der Wände riecht noch ganz frisch. Unten im Foyer freundliche Mitarbeiter, die uns begrüßen. „Noch vor eineinhalb Jahren kamen wir mit fünf Mitarbeitern hier in Berlin aus. Jetzt haben wir das Team auf 35 Techniker, Sachbearbeiter, Außendienstler und Lagerplatzmeister erweitert. Rund 85 Prozent aller neuen Mitarbeiter sind erst seit einem Jahr dabei. Die meisten davon kommen aus der ehemaligen DDR. Sie alle werden in der Ratinger Hauptverwaltung technisch geschult und werden dort das neueste Wissen über Schalungs- und Gerüstsysteme vermittelt bekommen.“ Ob er mit den neuen Mitarbeitern zufrieden sei. „Ich bin sehr zufrieden. Alle sind sehr engagiert und identifizieren sich mit Hünnebeck-Röro.“

Mehr Präzision durch moderne CAD-Anlage

Im Besprechungsraum entdecken wir eine moderne CAD-Anlage (Computergestütztes Design). „CAD wird immer wichtiger. Zum Beispiel für das präzise und zeitsparende Ausarbeiten der erforderlichen Schalpläne, Materiallisten und statistischen Nachweise. Diese moderne Computer-Anlage hier hilft uns dabei ganz entscheidend.

In Berlin immer vorne dabei

Mehr als 20 Jahre Berlin sind für Klaus-Uwe Lorenz wie ein Programm. „Als ich nach Berlin kam, hatten wir hier gerade mal 1 Million Umsatz. Heute ist es ein zweistelliger Millionenbetrag, der sich sehen lassen kann.“ Gerne erinnert sich Klaus-Uwe Lorenz dabei an besondere Projekte in Berlin, bei denen Hünnebeck-Gerüste und Schalungen ihre besonderen Stärken ausspielen konnten. Beim Bau des Flughafens Berlin-Tegel zum Beispiel. Oder beim Bau des Congress-Centers (ICC) und des Dom-Hotels. Auch die Schlangenbader Straße oder das sogenannte Tempelhofer Kreuz waren dabei. Und neue große Objekte sind bereits in Arbeit oder warten auf den Baubeginn. Die Großbaubaustelle einer Kläranlage in Berlin beispielsweise oder das neue Werk der Firma Herlitz in Berlin, einem Projekt von über 100 Millionen Mark. Nicht zu vergessen die Riesenbaustelle für die Erweiterung der Uni-Kliniken.

Erinnerungen an gestern

Erinnerungen an besondere Ereignisse in zwanzig Jahren Hünnebeck-Röro, fragen wir Klaus-Uwe Lorenz? Spontan fällt ihm dabei der Auftrag bei Bau des Dom-Hotels in Berlin ein. „Das war eigentlich mein schönster Auftrag. Während sonst die Auftragsschreiben viele Seiten umfassen, ging es hier mit nur einer Seite ab.“ Tja, und dann war da ja noch dieser Auftrag einer ungarischen Firma, bei dem Klaus-Uwe Lorenz nach Budapest flog und kaum Verhandlungen stattfanden. Aber nach drei feuchtfröhlichen Nächten war dann plötzlich alles perfekt.

Die Zukunft fest im Griff

Und die Zukunft? Klaus-Uwe Lorenz hat davor keine Angst. „Sehen Sie,“ meint er, „erstens kommt jetzt hier demnächst alles erst richtig in Schwung. Schon jetzt tut sich in den neuen Bundesländern bei den öffentlichen Bauten eine ganze Menge. Auch den Aufschwung im industriellen Bereich merkt man derzeit ganz gewaltig. Und wenn erst mal die Eigentumsverhältnisse im privaten Bereich geklärt sind, wird es hier ebenso einen riesigen Boom geben. Wir von Hünebeck-Röro werden dabei natürlich unsere Chancen nutzen. Und ich bin sicher, dass wir auch weiterhin zu den Niederlassungen mit den höchsten Umsätzen von Hünnebeck-Röro zählen werden.“

Etwas Wehmut kommt bei Klaus-Uwe Lorenz auf. „Tja, ein wenig tut es mir natürlich schon leid, wenn ich demnächst von unserer alten Niederlassung hierhin nach Weißensee umziehen werde. Zu dem Berlin, das ich wie meine Westentasche kenne, kommen die Gebiete um Potsdam, Frankfurt (Oder), Neubrandenburg und Teile der Ostseeküste rund um Stralsund hinzu. Das heißt mehr Arbeit in neuer Umgebung. Aber auch mehr neue Kunden und mehr Geschäft. Und genau das ist es, was mich interessiert. Und was die ganze Sache so spannend macht.“

Ein typischer Hünnebeck-Mensch

Klaus-Uwe Lorenz kommt ins Erzählen. Er erzählt von dem Berlin von gestern und dem Berlin von morgen. Und je mehr man ihm zuhört, merkt man ihm an, dass er seinen Markt bis ins kleinste Detail kennt. Ein alter Fuchs eben, der Spaß an seiner Arbeit hat. Und ein Mensch, wie er für Hünnebeck-Röro nicht typischer sein könnte. Engagiert und zukunftsorientiert. Und dazu ausgesprochen erfolgreich.

Als wir wieder im Flughafen Berlin-Tegel sind, sind wir wohl die einzigen Fluggäste, die sich bestimmte Details des Flughafengebäudes mit besonderem Interesse anschauen. Immerhin haben wir vor ein paar Stunden erfahren, wie so manches hier entstanden ist. Dank Hünnebeck-Röro. Und dank der Initiative von Klaus-Uwe Lorenz. Aber der ist schon wieder längst im Alltagsgeschäft, als wir nach Düsseldorf abheben.

Redaktion: Helmut Peters